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Übung und Ausbildung

Großangelegte Waldbrandübung am Kasberg mit internationaler Beteiligung erfolgreich durchgeführt

FF Schönau im Mühlkreis zur Übersicht

Am Samstag, dem 09. Mai 2026, fand im Raum Kasberg / Steyrling im Bezirk Kirchdorf an der Krems eine der größten Vegetationsbrandübungen statt, die bisher in Österreich durchgeführt wurden. Mehr als 400 Einsatzkräfte verschiedener Organisationen trainierten gemeinsam die Bekämpfung eines großflächigen Waldbrandes im alpinen Gelände.

Bereits am Freitagabend nahm der Bezirksstab Kirchdorf seine Arbeit auf. Um 18:00 Uhr erfolgte die Einsatzvorbesprechung der einzelnen Einsatzabschnitte sowie das Briefing der Piloten. Parallel dazu wurden durch den Bezirksstab die personellen und technischen Voraussetzungen für den Übungstag vorbereitet.

Ab 06:00 Uhr früh wurde die technische Einsatzleitung im Feuerwehrhaus Kirchdorf eingerichtet und der F-KAT-Zug Kirchdorf begann mit der Verlegung der Kräfte in das Übungsgebiet. Bereits um 07:20 Uhr standen rund 190 Einsatzkräfte des Bezirkes Kirchdorf im Übungsraum bereit. Kurz darauf traf auch der F-KAT-Zug Braunau mit 25 Fahrzeugen und 128 Einsatzkräften im Bezirk ein.

Im Rahmen der Lagebesprechung des Einsatzstabes um 07:45 Uhr wurde die Zusammenarbeit sämtlicher Luft- und Bodeneinsatzkräfte koordiniert. Neben dem Polizei-Hubschrauber „Libelle“ standen auch mehrere spezialisierte Luftfahrzeuge und internationale Partnerorganisationen im Einsatz. Ein wesentlicher Bestandteil der Übung waren vier Löschflugzeuge des Unternehmens Aquarius Aerial Firefighting, die bereits im Vorfeld am Flughafen Wels stationiert worden waren. Die Flächenflugzeuge führten Wasseraufnahmen am Traunsee durch und trainierten anschließend gezielte Löschwasserabwürfe im alpinen Einsatzgebiet am Kasberg. Unterstützt wurden die Piloten dabei durch Einsatzkräfte am Traunsee, welche mit Feuerwehrbooten, einem Polizeiboot und einem Boot der Wasserrettung die Wasserlandepisten absicherten und freihielten. Ebenfalls eingebunden war das österreichische Luftfahrtunternehmen Diamond Aircraft Industries. Das Unternehmen unterstützte die Übung im Bereich der Luftraumbeobachtung und stellte Flugzeuge für Aufklärungs- und Koordinationsaufgaben zur Verfügung. Durch die luftgestützte Beobachtung konnten die angenommenen Brandflächen überwacht, Einsatzabschnitte erkundet und Informationen in Echtzeit an die technische Einsatzleitung übermittelt werden.

Für den Personentransport sowie die luftgestützte Unterstützung im schwierigen alpinen Gelände standen darüber hinaus mehrere Hubschrauber im Einsatz. Der ÖAMTC beteiligte sich mit zwei Hubschraubern an der Übung und unterstützte insbesondere bei Transport- und Erkundungsflügen im Bereich der Einsatzabschnitte. 

Auch das Österreichische Bundesheer war Teil der großangelegten Übung. Eine Pilatus Porter wurde zur Luftraumbeobachtung und Koordination angefordert und unterstützte die Einsatzleitung aus der Luft. 

Zeitgleich wurde im Brunnental ein Außenladeplatz für Hubschrauber eingerichtet. Von dort aus erfolgte der Material- und Personentransport in die beiden hochalpinen Einsatzabschnitte. 14 Tanklöschfahrzeuge stellten im Pendelverkehr die Wasserversorgung für die Einsatzkräfte sicher.

Auch zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Behörden, Medien und Einsatzorganisationen erhielten vor Ort eine umfassende Lageeinweisung durch den Bezirksstab Kirchdorf und wurden anschließend durch den Landes-Feuerwehrkommandant Stellvertreter Michael Hutterer in das Übungsgebiet begleitet. Auch Oberösterreichs Feuerwehr- und Katastrophenschutz-Landesrätin Michaela Langer-Weninger machte sich ein Bild der spektakulären Großübung vor Ort: „Die anhaltende Trockenheit zeigt deutlich, dass Waldbrände kein unwahrscheinliches Szenario sind. Umso wichtiger sind groß angelegte Übungen wie jene am Kasberg, bei denen das Zusammenspiel aller Einsatzorganisationen realitätsnah trainiert wird. Mein besonderer Dank gilt dem Bezirksfeuerwehrkommando Kirchdorf an der Krems, der Übungsleitung sowie allen beteiligten Einsatzkräften von Feuerwehr, Bundesheer und Polizei. Nur durch regelmäßiges Üben kann sichergestellt werden, dass im Ernstfall jeder Handgriff sitzt und rasch sowie professionell geholfen werden kann.“ Insgesamt standen während der Übung 415 Einsatzkräfte aktiv im Einsatz. 

Besonders hervorzuheben ist die enge Zusammenarbeit unterschiedlichster Organisationen. Neben 57 Feuerwehren waren auch Kräfte der Bergrettung, Polizei, des Roten Kreuzes, des Bundesheeres, des ÖAMTC sowie Flughelfer und Spezialkräfte für Vegetationsbrandbekämpfung aus Deutschland beteiligt.

Im Zuge der angenommenen Übungslage wurde gegen 11:00 Uhr eine weitere Ausbreitung des Brandes auf die Nordflanke simuliert. Dafür wurden zusätzliche Kräfte aus dem Bezirk Gmunden angefordert und eine Luftverbringung mittels Bundesheer-Hubschraubern vorbereitet.

Aufgrund einer aufziehenden Gewitter- und Sturmfront musste der Flugbetrieb jedoch um 11:25 Uhr wetterbedingt eingestellt werden. Um 11:30 Uhr wurde die Übung aus Sicherheitsgründen offiziell abgebrochen. Anschließend erfolgte der koordinierte und sichere Rückzug sämtlicher Einsatzkräfte und Gerätschaften aus dem alpinen Gelände.

Parallel zur Übung arbeitete der Bezirksstab Kirchdorf seit den frühen Morgenstunden mit insgesamt 16 Personen im Feuerwehrhaus Kirchdorf an der Einsatzführung und Koordination.

Auch die Feuerwehrjugend erhielt einen besonderen Einblick in das Einsatzgeschehen: Mehr als 200 Mitglieder der Feuerwehrjugend konnten die Übung beobachten und mittels Pendelverkehrs der Tanklöschfahrzeuge, die Einsatzleitung im alpinen Gelände besuchen und so spektakuläre Eindrücke sammeln. 

Für die Versorgung der eingesetzten Kräfte wurden unter anderem rund 135 Kilogramm Gulasch, 650 Semmeln, 36 Kilogramm Brot sowie rund 2.000 Liter Getränke vorbereitet. Ein eigener Versorgungszug der Feuerwehren aus Nußbach, Inzersdorf und Klaus standen dafür im Einsatz.

Verantwortlich für die Planung der bodengebundenen Brandbekämpfung war HBI d.F. Vegetationsbrand Harald Rachlinger. Die Koordination des Flugpersonals erfolgte durch den HBI d.F. Fachspezialisten Technik Klaus Egger
Harald Rachlinger betont „Der erste Gedanke an diese Übung ist vor etwas mehr als einem Jahr entstanden, durch die große Unterstützung der teilnehmenden Firmen, wie Aquarius Aerial Firefighting, Diamond Aircraft, ÖAMTC, BMI usw…. wurde es möglich die anfallenden Kosten für so eine Übung zu stemmen.“ 

Die Übung zeigte eindrucksvoll die Bedeutung einer überregionalen und organisationsübergreifenden Zusammenarbeit bei großflächigen Vegetationsbränden und stellte gleichzeitig die hohe Leistungsfähigkeit der eingesetzten Kräfte unter Beweis.


Bezirksfeuerwehrkommandant Helmut Berc, stellt als die wichtigste Erkenntnis aus der Übung voran „Es ist wichtig für künftige Einsätze gerüstete zu sein, die Erfahrungen dieser Übung umzusetzen und dies auch in den Teilbereichen die, die Feuerwehr nicht betreffen, wie zum Beispiel in den Behörden, die auch Teil dieser Übung waren. Hier haben sehr kurze Wege zum maßgeblichen Erfolg beigetragen“. 

Bericht: OBI Robert Essl
Bilder: BFK, Mitwirkende der Übung

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Unsere beiden Kameraden Lukas Hinterreiter und Elias Pointner waren bei der großangelegten Waldbrandübung im Bezirk Kirchdorf dabei.